KOCHERTAL

An die 200 Meter hat sich der Kocher in die Schichtenfolge der Triasgesteine eingeschnitten. Bei Ingelfingen erreicht er die weichen „Röttone“ des Oberen Buntsandsteins, die er auf breiter Front ausgeräumt hat. Steil steigen die Hänge im harten Unteren Muschelkalk zu den Hangverebnungen an, wo die leicht löslichen Gips- und Salzgesteine des Mittleren Muschelkalks längst weggelöst sind. Im Oberen Muschekalk geht es wieder steil nach oben bis zur Hohenloher Ebene, die mit den weichen Mergel- und Sandsteinen des Lettenkeupers bedeckt ist. Die dicken Kalksteinbänke des Oberen Muschelkalks wurden von den Weingärtnern über Jahrhunderte ausgelesen und zu „Steinriegeln“ aufgehäuft, denen man eine Verbesserung des Mikroklimas in den Weinbergen nachsagt. Die Talaue selbst ist mit Schottern des Kochers aufgefüttert, über denen sandige Auelehme lagern. Diese wurden seit der Rodung der Keuperwaldberge im Hohen Mittelalter durch verstärkte Bodenerosion abgetragen und in den Tälern wieder abgelagert.

Im Muschelkalksaal zeigt ein Lackabzug diese Lockergesteine, außerdem Kalksinter und subfossile Muscheln und Schnecken aus den Kochersanden und einen Mammut-Stoßzahn aus dem von der Hochfläche über Ingelfingen.

Kochertal

Der Blick auf Ingelfingen mit der Ruine Lichteneck zeigt das typische dreigliederige Hangprofil der Muschelkalktäler. Foto H. Hagdorn

(2) Schnitt

Geologischer Schnitt durch das Kochertal durch die Trias-Schichten vom Buntsandstein zum Keuper. Steinsalz und Gips des Mittleren Muschelkalks sind weitgehend aufgelöst. Grafik H. Hagdorn

(3) Lockergesteine

Lockergesteine der Talaue:  Über schlecht zugerundeten Schottern aus Muschelkalk sandige Auelehme, die seit der mittelalterlichen Rodung im Keuperbergland abgetragen und in den Flussauen wieder abgelagert wurden. Foto B. Lattner