AMPHIBIEN

Amphibien und Chroniosuchier

Fast alle heutigen Amphibien sind kleine, für die Fortpflanzung ans Wasser gebundene Wirbeltiere. In den triaszeitlichen Gewässern lebten in großer Formenfülle temnospondyle Amphibien („Schnittwirbler“), die durch den Bau ihrer Wirbel gekennzeichnet sind. Nur ganz wenige waren ans Leben in salzigem Wasser angepasst, die meisten lebten im Süßwasser von Flüssen und Seen. Deshalb kennt man aus dem Muschelkalk auch nur wenige Funde, aus dem Lettenkeuper dafür eine große Vielfalt, besonders aus dem Hohenloher, dem Hällischen und dem Limpurger Land. Das Muschelkalkmuseum Ingelfingen hält eine der größten Sammlungen von Lettenkeuper-Lurchen, darunter den riesigen Mastodonsaurus giganteus, seine kleineren Verwandten Kupferzellia, Callistomordax, Trematolestes und vier Gattungen der skurrilen Plagiosaurier mit querverbreitertem Schädel. Hinzu kommen die eigenartigen Kugelwirbel und Panzerplatten von Chroniosuchiern, krokodilähnlichen Tieren, die zu einer Seitenlinie der Amnioten gehören und damit der Reptil-Säugetier-Linie näher stehen. Die eindrucksvollsten Funde wurden von Werner Kugler aus Crailsheim ausgegraben, geborgen und präpariert.

1_Mastodonsaurus

Mastodonsaurus giganteus erreichte an die sechs Meter Länge und gilt damit als das größte Amphibium, das jemals auf der Erde gelebt hat. Sein bis meterlanger, krokodilähnlicher Schädel mit riesigen Fangzähnen weist ihn als Top-Beutegreifer in den Lettenkeupersümpfen aus.  Der abgebildete Schädel mit Unterkiefer ist über 60 cm lang.

2_Mastodonsaurus_Zahn

Fangzahn eines ausgewachsenen Mastodonsauriers von über 14 cm Länge. Wegen des eigenartig labyrinthisch gefalteten Zahnschmelzes nannte man die Temnospondylen früher „Labyrinthodonten“.

3_Kupferzellia

Kupferzellia wildi mit annähernd geschlossenen Ohröffnungen gehört zu den Rundohrlurchen (Cyclotosaurier). Die ersten Funde glückten beim Bau der Bundesautobahn 6 bei Kupferzell. Neben dem Schädel wurden die beiden Äste des Unterkiefers eingebettet.

4_Trematolestes

Der langschnauzige Schädel weist Trematolestes hagdorni als Fischjäger aus. Die Gattung gehört zu den Trematosauriern, die vor allem in der Frühen Trias weit verbreitet waren.

5_Callstomordax

Callistomordax kugleri, zu Ehren des Entdeckers Werner Kugler benannt, gehört nach Ausweis seiner weit vorne liegenden Augen in die Ahnenreihe der Metoposaurier, die in der Späten Trias im Mittelkeuper zu den größten Temnospondylen gehörten.

6_Plagiosuchus

Die flachen „Panzerplatten“ des Schultergürtels von dem Querkopflurch Plagiosuchus pustuliferus zeigen auf der Außenseite die arttypische Knötchenskulptur.