CEPHALOPODEN

Die bekanntesten Muschelkalkfossilien sind sicher die Ceratiten, die zu den Ammonoidea gehören. In der Trias erlebten diese schalentragenden Kopffüßer ihre höchste Diversität. Die Ordnung der Ceratiten bewohnte mit fast 500 Gattungen die triaszeitlichen Meere, doch nur wenigen gelang es im Muschelkalkmeer Fuß zu fassen, unter ihnen Ceratites. Im Unteren Muschelkalk sind Cephalopoden allgemein selten, jedoch mit denselben Gattungen wie in der tethyalen Trias vertreten. Dazu gehören u.a. Beneckeia und Balatonites, wichtige Leitfossilien für die Korrelierung mit der tethyalen Trias.

Mit der Transgression des Oberen Muschelkalks wanderten aus der Tethys kleine Paraceratiten ein, aus denen sich in einer fast lückenlos belegten, aber von der Tethys abgekoppelten Evolutionslinie während ca. 3,5 Millionen Jahren ihre Größe, Gehäuseform und Skulptur wandelte. Ceratiten sind die wichtigsten Leitfossilien des Oberen Muschelkalks, der sich mit ihrer Hilfe in 15 Biozonen gliedern lässt. Mit den bis über 40 cm großen Discoceratiten starben sie am Ende der Muschelkalk-Zeit aus.

Weniger artenreich sind die Perlboote oder Nautiliden, die mit einigen Arten der Gattung Germanonautilus vertreten sind. Ihre kalkigen Mundwerkzeuge, die Rhyncholithen, weisen sie wie ihre heutigen Verwandten aus dem Indopazifik als Räuber oder Aasfresser aus.

4_Ceratitenzonen

Entwicklungsreihe der Ceratiten und ihre Biozonen, ausgerichtet am Profil des Oberen Muschelkalks in Südwestdeutschland. Aus Hagdorn 2004

Dateiformat: EPS
Erzeugt von: Adobe Photoshop Version 6.0
Datum: 21.03.2002 14:54 Uhr
Name: 145.eps

Ceratites nodosus ist das bekannteste Fossil des Muschelkalks. Am „Steinkern“, der zu Stein verfestigten Füllung der ehemaligen Perlmuttschale, erkennt man Wohnkammer und den zu Lebzeiten des Tieres mit Luft gefüllten, gekammerten Teil des Gehäuses mit den gewellten Lobenlinien.

3_Ceratites_semipartitus

Mit Ceratites (Discoceratites) semipartitus endet die Entwicklungsreihe der Ceratiten im Oberen Muschelkalk. Verändert aus Hagdorn 2004

1_Balatonites

Nach dem Plattensee in Ungarn benannt ist Balatonites, der als seltener Irrgast ins Muschelkalkmeer gelangte. Der abgebildete Fund stammt aus Polen.

Discoptychites_02

Die meisten Funde des seltenen Discoptychites stammen aus dem Schaumkalk von Freyburg/Unstrut. Der Fund aus den Terebratelbänken vom Elm zeigt die zerschlitzte ammonitische Lobenlinie.

Flexoptychites

Zu den seltenen Einwanderern aus der Tethys ins Meer des Oberen Muschelkalks gehören Vertreter der Gattung Flexoptychites.Kennzeichen sind die flachen Flankenwülste und die geschlitzten Sättel.Das abgebildete Exemplar stammt aus der atavus-Zone des Tauberlands.

Beneckeia_Freudenstadt_01

Unter sauerstoffarmen Verhältnissen wurden in manchen Dolomitmergel-Horizonten der Freudenstadt-Formation die Innenwindungen von Beneckeia buchi pyritisiert. Solche Nuclei verwittern zu Brauneisenstein. Sie zeigen noch nicht die zugeschärfte Ventralseite der adulten Individuen. Durchmesser der Franke-Zelle 12 mm.

5_Germanonautilus

Steinkern des Zweirückigen Perlboots Germanonautilus bidorsatus.

6_Kiefer

Zu den Mundwerkzeugen von Germanonautilus gehören der „Unterkiefer“ Conchorhynchus mit kalkiger Mittelleiste und ehemals chitinigen Seitenflügeln und der „Oberkiefer“ Rhyncolites.