TIEFBOHRUNG INGELFINGEN 1857 - 1863

Im neugegründeten Königreich Württemberg waren alle Versuche fehlgeschlagen Kohle zu erschließen. Vertiefte Kenntnis der Geologie und verbesserte technische Möglichkeiten erlaubten es, gezielt in größere Tiefen vorzudringen. So bohrte man ab den 1830er Jahren an kohlehöffigen Stellen, von 1857 bis 1863 in Ingelfingen, wo im Kochertal Buntsandstein an der Oberfläche liegt. Mit Dampfkraft drang man mit einem Tagesfortschritt von ca. 35 cm bis in die Endteufe von 815,67 m vor, durchschlug dabei den ganzen Buntsandstein, den Zechstein, das Rotliegende und stieß bis ins gefaltete Grundgebirge vor. Die Hoffnung auf Kohle war fehlgeschlagen, doch man fand eine hochkonzentrierte Sole und konnte den Nachweis erbringen, dass das Zechsteinmeer von Norden her bis ins nördliche Württemberg reichte. In den 1960er Jahren war die Stadt Ingelfingen bestrebt Heilbad zu werden und ließ neue Bohrungen abteufen, doch zerschlugen sich auch diese Hoffnungen.

(1) Standort Tiefbohrung

Der Ingelfinger Badbrunnen beim Friedhof, Standort der Tiefbohrung von 1863. Im Hintergrund rote Tongesteine des Buntsandsteins. Foto Hagdorn.

(2) Schichtenfolge

Schichtenfolge der Tiefbohrung Badbrunnen. Nach Simon & Hagdorn 1985.

(3) Inszenierung

Inszenierung der Tiefbohrung mit altem Brunnen-Bohrgerät und modernem Tiefbohrgerät. Stiftung Firma Bohr-Knecht, Crailsheim. Foto Lattner.