GASTROPODEN & SCAPHOPODEN

Weil marine Gastropoden (Schnecken) und Scaphopoden (Grabfüßer) Gehäuse aus Aragonit haben, sind im Muschelkalk in der Regel nur ihre merkmalsarmen Steinkerne erhalten geblieben. Wie artenreich Schneckenfaunen des Muschelkalks tatsächlich sein können, zeigt sich, wenn ihre instabile Perlmuttschale bei der Fossilisation durch stabilere Minerale ersetzt wurde. Solche Ersatzschalenfaunen aus Kalzit, Dolomit oder Kieselsäure vermitteln deshalb das treueste Bild vom wirklichen Artenreichtum des Muschelkalks.

1_Chemnitzia

Steinkern der großen Meereschnecke Chemnitzia hehli aus dem Oberen Muschelkalk von Crailsheim.

2_Wortheniella

In Dolomit verwandelte Ersatzschalen der urtümlichen Schlitzbandschnecke Wortheniella aus dem Oberen Muschelkalk von Wiesloch.

3_Scaphopoden

Die Scaphopoden sind Weichtiere mit einer röhrenförmigen Schale, die einem an der Spitze offenen Elefantenstoßzahn ähnelt. Sie zeigen stets weiches Sediment an, aus dem sie Nahrungspartikel sammeln. Kalzitische Ersatzschalen aus dem Unteren Muschelkalk.

Ophphaloptycha

Die Schneckenbänkchen in der Jena-Formation zeigen die dominierende Omphaloptycha gregaria in Steinkernerhaltung. Hier ist die ursprüngliche Aragonitschale in Kalzit umgewandelt. Diese Ersatzschalen wurden von Huminsäuren herausgelöst.

Cassian Gastropoden

In den Riffen der spättriassischen Cassian-Formation der Dolomiten lebten allein mehrere hundert Arten von Gastropoden. Die Erhaltung ihrer aragonitischen Originalschalen vermittelt auch eine Vorstellung von der Vielfalt der Muschelkalk-Schnecken, von denen meist nur undifferenzierte Steinkerne vorliegen.

Gastropoden

Neritaria interscripta und N. matercula aus den Unteren Grauen Mergeln des hohenlohischen Lettenkeupers in Schalenerhaltung, z.T. mit spiraligen Farbbändern.