SEEIGEL & SEEGURKEN

Seeigel (Echinoidea) und Seegurken (Holothuroidea)

Von den Muschelkalk-Seeigeln kannte man lange Zeit fast nur Stacheln und isolierte, Täfelchen ihrer „Corona“. Erst in den letzten 50 Jahren sind Funde vollständiger Exemplare geglückt. Wie die Seesterne zeigen sie ein Muster altertümlicher und fortgeschrittener Merkmale. Zu den Gattungen Triadotiaris und Serpianotiaris, die über weite Teile des Muschelkalkmeers verbreitet lebten,  kommen aus dem Tethys-nahen schlesischen Muschelkalk weitere Gattungen hinzu. Ein Glücksfund aus dem Oberen Muschelkalk Lothringens wirft neues Licht auf die Stammesgeschichte der modernen Seeigel.

Seegurken leben in heutigen Meeren vom küstennahen Flachwasser bis in die Tiefsee. Im Gegensatz zu den übrigen Stachelhäutern haben sie einen walzen-oder wurmförmiger Körper, bilateral symmetrischen Bau und eine lederige Haut, in der einzelne, bizarr geformte Kalkkörperchen (Sklerite) eingelagert sind. Zusammenhängende Holothurien gehören zu den seltensten Wirbellosen-Fossilien überhaupt. Der einzige bekannt gewordene Fund aus dem Muschelkalk besteht aus einer Anzahl ihrer kalkigen Schlundringe, die hier im Muschelkalkmuseum aufbewahrt werden.

1_Triadotiaris

Triadotiaris grandaeva ist mit bis zu 5 cm Coronen-Durchmesser der größte Seeigel der Mittleren Trias. Komplette Stücke mitsamt den Stacheln sind große Seltenheiten, weil die Platten seines Skeletts nicht fest miteinander verbunden waren und nach dem Tod des Tieres schnell auseinanderfielen.

2_Serpianotiaris

Serpianotiaris hatte kräftige, pfriemförmige Stacheln, auf denen er sich fortbewegen konnte. An dem abgebildeten Exemplar aus dem Unteren Muschelkalk liegt der nur selten erhaltene Scheitelschild noch an Ort und Stelle.

3_Triadocidaris-Stacheln

Triadocidaris ist ein kleiner Seeigel mit vielfältig bedornten, kurzen Stacheln. Die Gattung ist aus der Mitteltrias der Tethys und aus Schlesien bekannt, nicht aber aus dem deutschen Muschelkalk.

4_Holothurienschlundringe

Der bisher einzige bekannt gewordenen Fund zusammenhängender Holothurien-Reste aus dem Muschelkalk umfasst einige Schlundringe, die aus jeweils 10 Platten bestehen.